Gmünder Bürgerbegehren fürs Rad: Initiative will sich für ganze Stadt einsetzen

Engagierte fürs Bürgerbegehren „Sicher ins Städtle“ wollen in Gmünd weitermachen: Unterschriftensammlung bis Ende April für geplante Fahrradstraße am Klarenberg.
Schwäbisch Gmünd. Seit zwei Wochen läuft die Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren „Sicher ins Städtle“, das den Bau einer Fahrradstraße am Klarenberg fordern soll. „Es ist gut angelaufen“, sagt Kevin Kärcher, einer der Initiatoren.
Ein zentraler Bestandteil des Unterschriftensammelns ist die Präsenz in der Innenstadt: Bis Ende April wollen die Initiatoren weiter jeden Samstag am Rande des Wochenmarkts am Haus Rettenmayr Präsenz zeigen. „Wir machen dort weiter, da ist viel Publikumsverkehr und man kommt gut ins Gespräch“, sagt Kärcher.
Einstieg in ein Konzept für gesamte Stadt
Wie sind die Reaktionen? „Es gibt Befürworter, die direkt zum Unterschreiben kommen. Man kommt aber auch mit den Verhaltenen ins Gespräch.“ Das sieht Kärcher als wichtigen Teil seines Einsatzes: Deutlich machen, dass die Initiative einen weiteren Blick hat als nur die Südstadt mit der Klarenbergstraße.
„Am Stand begegnet uns hin und wieder das Argument: ‚Aber ich wohne doch in Straßdorf, was interessiert mich die Fahrradstraße in der Klarenbergstraße? “, berichtet Kärcher. Die Klarenbergstraße als Radstraße aber sollte der Einstieg sein in ein Konzept für die gesamte Stadt. „Genau darum hat der Gemeinderat ursprünglich den Radwegezielplan beschlossen: um für alle Stadtteile und Wohnbezirke mit dem Fahrrad attraktiv zu sein.“
Und: Man habe den Gemeinderat immer so verstanden, dass große Einigkeit darin bestand, dass mit der Klarenbergstraße begonnen werden soll – „um zu zeigen, welch positive Entwicklung für alle Verkehrsteilnehmer dadurch entstehen könne“. Diese Signalwirkung werde durch die Ablehnung der Planung im Gemeinderat „komplett verhindert“.
Mehr Sicherheit für Fußgänger
Eines der Ziele der gestrichenen Planung war es, mehr Sicherheit auch für Fußgänger an der Kreuzung von Klarenbergstraße und Gutenbergstraße zu schaffen. Dass die Verwaltung dort nun eine neue Lösung entwickelt, macht das Bürgerbegehren aus Sicht Kärchers alles andere als überflüssig. „Die ursprünglich geplante Verkehrsführung mit zwei Zebrastreifen und einer Stoppstelle hätte Fußgänger viel besser geschützt. Und für Radfahrer passiert mit der bisher vorliegenden neuen Planung im Endeffekt nichts.“ Nur die neu im Plan aufgenommene Sanierung des Gehwegs sei positiv, aber die lasse sich ja auch beim angestrebten Bau einer Fahrradstraße in die Baumaßnahmen aufnehmen.
Wie viele Unterschriften bisher gesammelt sind, das sagt Kärcher nicht. „Wir brauchen auch weiter Unterstützung. Aber nach den ersten Wochen bin ich optimistisch.“
Copyright Gmünder Tagespost, 24.03.2025