Mehr Sicherheit für Gmünder Fußgänger: Braucht es doch einen Zebrastreifen?

Nach der Ablehnung der Fahrradstraße am Klarenberg in Gmünd: Stadträte diskutieren Neuentwurf für Kreuzung von Klarenbergstraße und Unterer Zeiselbergstraße. Und was ist mit dem Bürgerbegehren?
Schwäbisch Gmünd. Begrünte Rampen, erhöhte Fahrbahn, eine lange Querungshilfe – aber bisher kein Zebrastreifen: Ein neuer Entwurf für den Umbau der Kreuzung von Klarenbergstraße und Unterer Zeiselbergstraße liegt vor. Im Bauausschuss des Gemeinderats gab es Zustimmung und Widerspruch.
„Das ist eine deutliche Verbesserung für Fußgänger in dem Bereich“, sagte Stadtrat Fabian Wolf von der CDU. „Wir sind bereit, diese Planungsgrundlage weiterzuverfolgen, weil unser Bestreben nach gemeinsam genutzten Verkehrsräumen umgesetzt wird, ohne dass einzelne Verkehrsteilnehmer bevorzugt werden.“
Neuer Plan als Rückschritt?
Karl Miller (Die Grünen) und Maren Zengerle sehen im neuen Entwurf einen Rückschritt gegenüber dem alten Plan, der die Schaffung einer Fahrradstraße in der Klarenbergstraße vorsah, im Gemeinderat aber keine Mehrheit gefunden hatte. „Diese Planungsgrundlage bringt bei weitem nicht die Verbesserung mit sich wie die alte Vorlage – sowohl für Fußgänger wie für Radfahrer“, sagte Miller. Dem Ziel, mehr Radverkehr in der Stadt zu schaffen, das im Gemeinderat gemeinsam beschlossen sei, werde der neue Plan nicht helfen: „Wir bekommen durch eine kleine Verbesserung an dieser Stelle nicht mehr Radverkehr.“
„In Miteinander eingebunden“
Constanze Schwarzkopf-Streit (Bürgerliste) dagegen sieht im neuen Entwurf „einen Gewinn“, für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer: „Alle drei Arten von Verkehrsteilnehmern werden in ein Miteinander eingebunden, das wäre eine sehr große Verbesserung.“ Jens Freitag (FDP/FW) sprach von einem „interessanten Konzept“.
In der früheren Planung waren neben einer Änderung der Vorfahrt auch zwei Zebrastreifen vorgesehen; Andreas Benk (söl) findet diese Art von Querung nach wie vor richtig an der Stelle: „Für Kinder ist es ohne definitiv nicht sicherer: Kinder wissen, wenn da ein Zebrastreifen ist, dann müssen Autofahrer halten.“ An Querungshilfen dagegen herrsche „Unsicherheit“ für Fußgänger, „es ist ganz oft Aushandlungssache“.
Der neue Plan ist nur ein erster Entwurf, der noch genauer ausgearbeitet werden muss. Das betonten Jürgen Musch vom Tiefbauamt und Oberbürgermeister Richard Arnold. Auch ein Zebrastreifen sei nach wie vor möglich, so Musch.
Das Bürgerbegehren abwarten
Andreas Benk und Karl Miller warnten davor, zu viel Energie in die Planung zu investieren, solange die Frist zur Sammlung der Unterschriften für das Bürgerbegehren läuft, das den Bau der Fahrradstraße am Klarenberg, wie ursprünglich geplant, zum Ziel hat. „Wir sollten keine dem entgegengesetzten Entscheidungen treffen“, so Miller.
OB Richard Arnold betonte, dass die Verwaltung entsprechend dem Auftrag aus dem Gemeinderat aktiv geworden sei: Die Mehrheit aus Stadträten von CDU, AfD, Bürgerliste und FDP/FW, die Nein gesagt hatte zum Plan der Fahrradstraße, hatte weiterhin eine Verbesserung der Situation an der Kreuzung gewünscht.
„Um diesen Vorschlag, für den die Verwaltung den Auftrag hatte, geht es jetzt“, so Arnold. „Wir treffen keinen Beschluss über die Realisierung, sondern einen Beschluss, dass Details weiter ausgearbeitet werden“, so der OB. „Das ist aus meiner Sicht nichts, was dem Bürgerbegehren entgegenstehen würde.“
Die Entscheidung, ob auf der Basis des Entwurfs weiter geplant werden soll, trifft der Gemeinderat am 26. März.
Copyright Gmünder Tagespost, 20.03.2025