So viel Krach macht der Verkehr in Gmünder Straßen

Die Stadtverwaltung hat den neuen Lärmaktionsplan vorgestellt. Konkrete Beispiele für die Belastung.
Schwäbisch Gmünd. Grob geschätzt 15.000 Gmünder sind von Verkehrslärm mit einer Stärke von über 65 dB(A) betroffen. Diese Feststellung treffen Experten des Gmünder Tiefbauamts, nachdem sie den Lärmaktionsplan für Gmünd aktualisiert haben und der am Mittwoch im Bauausschuss eingebracht wurde.
Neue Berechnungsmethoden senken Betroffenenzahl
Die Zahl der Betroffenen ist geringer als bei Berechnungen in früheren Jahren, weil eine neue Berechnungsmethode vorgegeben worden war. Das ist ein Punkt, auf den Erster Bürgermeister Christian Baron bei der Einbringung deutlich hinwies: Der Plan beruhe nicht auf Messungen, sondern auf Berechnungen.
Geschwindigkeitskonzept zeigt erste Erfolge
Zudem habe die Stadt von sich aus ein Geschwindigkeitskonzept beschlossen und teilweise schon umgesetzt, das sich bereits in der Lärmbelastung in verschiedenen Straßen auswirke. Es setze auf Verstetigung des Verkehrsflusses, was die Anwohner bereits erleichtere. Dafür sei in den beiden Ost-West-Achsen Buch-/Königsturm/-Goethestraße und Rems-/Stuttgarter Straße ein Tempo von 40 km/h vorgesehen.
Diskussion um Tempolimits: 30 oder 40 km/h?
Gabriel Baum (Grüne) wies darauf hin, dass ein Tempolimit von 40 auf diesen beiden Achsen stellenweise, zum Beispiel vor Schulen, auch eine Erhöhung des bestehenden Limits bedeuten würde. Diese Fälle müssten noch diskutiert werden, meinte Baron. Überhaupt: „Wir müssen das Ding pragmatisch anschauen.“ Ganz ähnlich forderte Andreas Wörner (AfD), die neuralgischen Punkte in Sachen Lärm anzuschauen. Sebastian Fritz (söl) forderte, dass vor Schulen auch künftig Tempo 30 gelten müsse.
Constance Schwarz konnte bereits im Namen ihrer ganzen Fraktion sprechen, als sie sagte, Tempo 30 sei „in normalen Straßen unerträglich“. Dann wäre flächendeckend Tempo 40 besser.
E-Autos in Lärmberechnungen unberücksichtigt
Jens Freitag (FDP/FW) zeigte sich überrascht, dass in der Berechnungsgrundlage für die Lärmbelastung der zunehmende Anteil von E-Autos im Straßenverkehr nicht berücksichtigt ist.
Lärmpegel: Straßen mit über 70 dB(A)
Beispiele aus dem Lärmaktionsplan von Straßen, deren Ist-Wert über 70 dB(A) liegt:
- Königsturmstraße: Ist-Wert 75,009; mit Tempo 40 73,008; mit Lärmschutzfenstern 55,009
- Einhornstraße (innerorts): Ist-Wert 70,486; 68,767 mit Tempo 30; mit Sanierung 69,464
- Neue Straße: Ist-Wert 72,273; 69,669 mit Tempo 30; mit Sanierung 67,273.
- Rechbergstraße: 70,270; 67,944 mit Tempo 30; mit Sanierung 62,944
- Vordere Schmiedgasse (Ost): 71,493; mit Tempo 30 68,981; mit Sanierung 66,493
- Untere Zeiselbergstraße: 70,728; Tempo 30 gilt bereits; mit Sanierung 65,728.
Informationen rund um den Lärmaktionsplan
Der Lärmaktionsplan in seiner neuen Fassung ist im Bürgerinformationssystem der Stadt Schwäbisch Gmünd zu finden. Dort in der Suchfunktion die Nummer der betreffenden Vorlage eingeben: 021/2025.
Das Umweltbundesamt nennt folgende Orientierungswerte: „Um die Gesundheit zu schützen, sollte ein Mittelungspegel von 65 dB(A) am Tage und 55 dB(A) in der Nacht nicht überschritten werden.
Die Physik des Lärms:20 dB(A) Klick einer 3m entfernten PC-Maus 60 dB(A) Gespräch80 dB(A) Pkw, 50 km/h, 1 m Abstand90 dB(A) Lkw, 1 m Abstand130 dB(A) Schmerzgrenze (Quelle: LUBW)
Copyright Gmünder Tagespost, 21.02.2025